Berühmte Bartträger

Barthistorie präsentiert an verschiedenen Bartträgern

Der Bart & deren Bartträger haben eine jahrtausendealte Bedeutung und ist weitaus mehr als nur reiner Gesichtsschmuck oder mögliches Statement. Schon in der Antike galt er als Möglichkeit, Rückschüsse über die Weisheit seines Trägers zu ziehen.

Barträger: Zeichen für Weisheit und Führung

Der Bart hat eine jahrtausendealte Bedeutung und ist weitaus mehr als nur reiner Gesichtsschmuck oder mögliches Statement. Schon in der Antike galt er als Möglichkeit, Rückschüsse über die Weisheit seines Trägers zu ziehen.

Alexander der Große galt selbst nicht als besonders weise, er überließ wichtige Entscheidungen gern seinen Philosophen. Diese galten mit ihrem Bart als überaus klug. Tatkräftige Entscheidungen hingegen fällt Alexander gern selbst, tat dies allerdings glatt rasiert. Er befahl auch seinen Soldaten, sich zu rasieren.

Immerhin bot der Bart wohl eine Angriffsfläche für den Feind, die damit beseitigt wurde. Die militärischen Erfolge gaben Alexander recht, er wurde im Volke als Vorbild angesehen.

Auch die ersten dreizehn Kaiser Rom setzten auf bartlose Wangen, ondulierten dafür aber ihr Kopfhaar. Kaiser Hadrian aber, der danach folgte, setzte auf seinen Vollbart und gab sich damit im Stile der griechischen Philosophen. Im zeitigen 2. Jahrhundert war dann der Vollbart wieder angesagt.

Ein prominentes Beispiel für den Bart ist auch Martin Luther. Ihn kennt man von vielen Porträts, die Lucas Cranach der Ältere von ihm gefertigt hat.

Luther ist auf diesen Bildern eher rundlich und vor allem glatt rasiert. Als Junker Jörg aber, als der sich Luther auf der Wartburg versteckt hielt, trugt er einen wilden Backenbart. Damit war nichts mehr von dem gesuchten, vogelfreien Luther, der exkommuniziert worden war, übrig.

König Charles I. von England gilt ebenfalls als Bart-Beispiel:

Sein riesiger Schnäuzer und der gekämmte Ziegenbart waren in Form eines gleichschenkligen Dreiecks getrimmt worden. Allerdings ist Charles auch ein Beispiel für einen glücklosen König, denn er versuchte, Engländer und Schotten gegeneinander aufzubringen. Daraus resultierte ein Bürgerkrieg, in deren Folge er seinen Kopf verlor.

Immerhin war dieser gut frisiert, als der Henker zuschlug.

Im alten Russland aber wurde es für Bärtige teuer. Diese war in der Zeit um 1700. Damals entschloss sich die russische Führung unter Zar Peter dem Großen dazu, eine Steuer auf alle Voll- und Schnurrbärte zu erheben. Bartkopeken wurden als eine Art Quittung ausgegeben. Ob dies auch ein Vorbild für neue deutsche Steuererfindungen sein kann?

Auch in der aktuellen Zeit sind wieder überall Bärte zu sehen, allerdings nicht immer als Zeichen für Weisheit und Führung, sondern schlichtweg als Modeaccessoire.

Berühmte Bartträger

Künstler und Diktatoren, Könige und Kaiser, Musiker und Schauspieler: Sie alle zeigten und zeigen sich mit Bärten verschiedener Länge und Form.

Bei einer Betrachtung der Bartträger zeigt sich eine gewisse Historie, Modeerscheinungen und Statements. Manche Männer wollten mit ihren Bärten allerdings nichts aussagen, sondern einfach nur Frauen beeindrucken. Ein Gang durch die Bartgeschichte:

 

Schifferkrause, Chin Curtain oder Lincoln
Man schrieb das Jahr 1860. Abraham Lincoln gilt als einer der ersten wirklich berühmten Bartträger, die auch heute noch bekannt sind. Er war der 16. Präsident der USA und hat seinen Bart angeblich auf Wunsch eines kleinen Mädchens stehen lassen.

Grace Bedell war elf Jahre alt, als sie Lincoln darum bat. Die junge Dame war Anhängerin der Republikaner und schrieb an Lincoln einen Brief, in dem sie ihr Leid darüber klagte, dass ihre Brüder sie immer für den schmächtigen Präsidentschaftskanditen auslachten. Grace gab Lincoln den Tipp, doch seinen Bart stehen zu lassen, denn damit würde er männlicher aussehen.

Frauen würden Bärte mögen, sie würden dafür ihre Männer dazu bringen, Lincoln zu wählen. Er nahm den Versuch auf und ließ seinen Backenbart stehen. Und prompt wurde Lincoln Präsident.
Der Bart ist bis heute typisch für Mormonen und verheiratete Amish People.

Revoluzzer
Im Jahr 1870 war Karl Marx ein Vertreter der Bartträger mit Revoluzzer, wobei die Ähnlichkeit zum Weihnachtsmann nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Doch der Bart hat nichts mit der Gutmütigkeit des Weihnachtsmanns zu tun, sondern stand als Zeichen für die Revolution.

Er wurde im Zuge der Französischen Revolution 1830 berühmt und fand seinen Weg bis nach Deutschland bis zum Jahr 1848.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein war der Revoluzzer verbreitet und auch Fidel Castro und Che Guevara sind berühmte Vertreter desselben.

 

Kaiser-Wilhelm-Bart
Dieser Bart ist überaus extravagant und wurde, damit er über Nacht seine Form behielt, hinter den Ohren mit einer Bartbinde befestigt.

Die Anhänger Kaiser Wilhelms übernahmen den Bart und sahen in ihm schon bald ein Symbol für die Treue gegenüber dem Kaiser.

Der Schnurrbart mit seinen nach oben gezwirbelten Enden sah ein wenig wie ein Siegessymbol aus, doch der Kaiser war eigentlich gar nicht so siegreich, wie sein Bart vermuten ließ. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs versteckte er sich in Spa in Belgien. Danach gab es keinen Kaiser mehr in Deutschland. Überlebt hat diese Zeit nur der Bart, der noch heute unter diesem Namen bekannt ist.

Hitlerbärtchen
Einst war es Charlie Chaplin, der ein markantes Bärtchen auf der Oberlippe trug, welches gerade einmal zwei Fingerbreit war.

In „Mabel’s Busy Day“, einem der ersten Stummfilme des berühmten Schauspielers, trug er 1914 diesen Bart. Doch ein wirkliches Markenzeichen war der Bart für Adolf Hitler, der zum Zeitpunkt des genannten Films allerdings noch einen preußischen Schnurrbart trug.

Als Hitler als Soldat in den Ersten Weltkrieg zog, wurde der Schnurrbart getrimmt, denn er hatte unter der Gasmaske keinen ausreichenden Platz.

Schon 1930 war der Bart untrennbar mit Hitler verbunden.

Doch Charlie Chaplin rächte sich ein wenig, indem er in seinem ersten Tonfilm „Der große Diktator“ Hitler spielte und dabei selbige parodierte. Natürlich stilecht mit dem Bärtchen, den er sich schließlich nicht extra in dieser Form trimmen musste.

 

Clark-Gable-Bart
Der Clark-Gable-Bart ist heute auch als Moustache bekannt:

Ein schmaler Bart auf der Oberlippe zählt zu den eleganteren Bärten. Gable verführte damit 1940 seine Scarlett O’Hara, die von Vivien Leigh gespielt wurde. Der Film „Vom Winde verweht“ zählt heute zu den absoluten Klassikern der Filmgeschichte und verzauberte Millionen Menschen.

Einen ähnlichen Bart trug auch schon Brad Pitt in „Inglourious Basterds“ und ließ den Bart nach den Dreharbeiten einfach stehen.

 

Salvador-Dali-Bart
Salvador Dali galt als absoluter Exzentriker & leidenschaftlicher Bartträger:
Modisch auffällig gekleidet, provokante Kunstwerke und ein Ozelot als Streichelkatze, so kannte man den Künstler, der sich gern in Szene setzte.

Die Oberlippenhaare standen nach links und recht ab, in der Mitte der Härchen war ein Loch rasiert. Diese „Stacheln“ wurden von Dali als „Antennen“ bezeichnet, über die er angeblich göttliche Botschaften erhielt. Dieser Bart wurde bis heute nur kaum kopiert, niemand (bis auf einen TV-Ermittler) wollte sich damit zeigen.

Insofern sind Dali und sein Bart aus dem Jahr 1960 echte Unikate.

Vollbart
Die Flower-Power-Generation zeigte sich zum Schrecken ihrer Eltern nicht nur sehr offenherzig, sondern auch mit Vollbart.

Die späten 1960er und frühen 1970er Jahre waren die Hauptzeit der Vollbärte, die auch von den Beatles getragen wurden. George Harrison war einer der ersten Hippies mit gestriegeltem Haupthaar und wucherndem Vollbart. Dieser war bis zum Ende der 1970er Jahre groß in Mode und trat dann deutlich zurück.

Erst heute ist der Vollbartträger häufiger zu sehen und das sogar schon bei Jugendlichen, die scheinbar direkt von der Pubertät in das Vollbart-Alter wechseln.

 

Pornobalken
Ein sehr unrühmlicher Name für eine Bartform, dessen Batrträger oft in den 1980er Jahren anzutreffen waren.

Der Schauspieler Tom Selleck prägte diese Bartform in seiner Funktion als „Magnum“ wie kein anderer.

Der Bart setzte damals scheinbar die Brustmähne fort, die sich aus den Oberhemden der Herren kringelte und teilweise schon in Richtung Hals strebte. Angeblich wurde Tom Selleck von seiner Frau bedroht: Diese wollte sich von ihm scheiden lassen, sollte er seinen Bart jemals abschneiden.

Ziegenbart oder Goatee
Auch dieser Name klingt nicht wirklich nett und doch wurde die Bartform schon von vielen Berühmtheiten getragen. Snoop Dog, Johnny Depp und Mel Gibson zeigten sich bereits mit dem Goatee, der wie eine Art zotteliger Ziegenbart aussieht.

Hier werden Schnauzbart und Kinnbart miteinander kombiniert, sodass der Eindruck entsteht, der Bart stamme von einem Ziegenbock.

Der Kinnbart kann offen getragen werden, es ist aber auch möglich, ihn zu flechten oder spitz zu den Enden hin zu zwirbeln.

Dreitagebart
Der Dreitagebart stand in den 2000ern für die Metrosexualität.

David Beckham bekennender 3 Tage Bartträger, der für eine Kombination aus harter Schale und weichem Kern stand, als erster Trendsetter.

Die Brust wurde dabei stilecht glatt rasiert, im Gesicht durften die Stoppeln sprießen. Der gepflegte Mann kann Ohrringe tragen, geht zur Maniküre, macht Yoga und ist dennoch dank seines Bartes die Männlichkeit in Person. So war zumindest der Gedanke hinter diesem Trend.

Hipster-Bart
Wie genau ein Hipster-Bart definiert wird, ist nicht ganz klar. Bei manchen Männern scheint es, als hätten sie für wenige Wochen auf das Frisieren und Kämmen verzichtet und zeigen dann stolz den zotteligen Wildwuchs im Gesicht.

Andere Männer setzen auf einen verwilderten Schnurrbart, wieder andere flechten mehrere Zöpfe in den Bart. Genaue Vorschriften dazu gibt es nicht, wichtig ist die richtige Mischung aus Styling und ungepflegtem Erscheinungsbild.

Frauen mit Bart
Die Geschichte des Bartes geht noch weiter und bezieht auch Frauen mit ein.

Die Kunstfigur Conchita Wurst zeigt sich in weiblicher Kleidung und als Bartträger. Doch es gibt auch echte Frauen mit Bart.

Ein Beispiel dafür ist Mariam, eine ehemalige Fremdsprachenkorrespondentin. Sie hat sich einst sehr schwer mit ihrem Damenbart getan. Heute trägt sie den Bart als Henriquatre und hat sich damit der aktuellen Bartetikette angepasst.

Dabei ist der üppige Damenbart keine Erscheinung der Neuzeit, denn auch schon früher gab es Damen mit Bart. Sie wurden bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein sogar im Kabinett der Kuriositäten ausgestellt. Ob sie sich damit wirklich anfreunden konnten oder sich nicht doch eher wie die Affen im Zoo fühlten, ist nicht überliefert.

Angesichts dessen, dass die Bartträger mittlerweile eine mehr als 4000jährige Geschichte hinter sich haben, sind auch die verschiedenen Ausstellungen zum Thema verständlich.

Allerdings kann auch dabei die Frage, ob der Bart eher Natur ist oder doch schon ein Kultobjekt, nicht gänzlich geklärt werden. Naturburschen entscheiden sich dafür, den Bart wild wachsen zu lassen und werden damit eindeutig der Rubrik „Hipster“ zugeordnet.

Alle anderen Männer haben inzwischen eine große Auswahl an verschiedenen Bartformen, die im Laufe der Jahrhunderte immer wieder ein wenig abgewandelt und personalisiert wurden.